Marketingexperte empfiehlt Seilbahn zur B 500

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MARKETINGEXPERTE EMPFIEHLT SEILBAHN ZUR B500

"„Meine Empfehlung: Bauen sie eine Seilbahn auf die B 500.“ Manchen der
Besucher des „Forums Sasbachwalden“ stockte leicht der Atem, als der Querdenker und Experte für Marketing,
Kommunikation und Zukunftsfragen, Alexander Doderer, diesen Vorschlag machte, um die Feriengemeinde weiter
voranzubringen und „ganz vorne dabei zu sein“. Bei 500 000 bis 800 000 prognostizierten Besuchern im Nationalpark und dessen künftigem Besucherzentrum am Ruhestein
müsse Sasbachwalden aktiv werden, um an dieser Dynamik zu partizipieren.
„Als die Bundesgartenschau in Koblenz
geplant wurde, stand auch so ein Verrückter da und meinte, dass eine Seilbahn über den Rhein gebaut werden
muss.“ Diese sollte danach wieder abgebaut werden doch heute käme keiner auf die Idee, so etwas zu fordern, so Alexander Doderer, dem bewusst war, dass er mit seinem Seilbahn-Vorschlag für viele doch etwa quer zu „normalen“ Vorschlägen für die künftige Entwicklung Sasbachwaldens liegen würde. Doch das Stichwort „Seilbahn“ wollte der Experte vor allem dahingehend verstanden wissen, dass in einer Gemeinde auch das „Gegenteil von Verharren und Bewahren um jeden Preis“, also eine Veränderungsbereitschaft und die „Fähigkeit zum vorwärtsgewandten Kompromiss“ vorhanden sein müsse, um in die Zukunft zu gehen und


 

 

gleichsam „Laptop und Lederhose“ und „Onkel Amazon und Tante Emma“ zu vereinbaren. „Der Schwarzwald boomt, der Nationalpark kommt, und die Menschen haben immer mehr das Bedürfnis, sich in
der Natur zu erholen.“ Dies betonte
Bürgermeisterin Sonja Schuchter und
legte die Spur für weitere notwendige
Überlegungen, das aktuelle „Revival des
Schwarzwalds“ mit Urlaub im eigenen
Land und dem Trend zu heimischen Produkten zu nutzen. Um fachlichen Input zu bekommen, habe sie zu der Veranstaltung „Was macht Standorte auch in Zukunft attraktiv“ mit Alexander Doderer und seiner Ehefrau Sabine Doderer Die von „Gruppe Drei – Agentur für strategisches Marketing“ eingeladen.
Positiv und ermutigend für kommunal
und touristisch Verantwortliche war, dass sich der Ort mit seinen Angeboten von Sport über Kulinarik bis Kultur in vielem wiederfinden konnte, was die Referenten informativ, fundiert und zielführenden darlegten. Für die „Zukunftswerkstatt
Sasbachwalden“ wurde viel Stoff zum Weiterdenken geliefert, wie die „Wertematrix der touristischen Erlebnisräume von 220 auf 1 100 Meter“ neu bewertet und so attraktiv gestaltet werden kann, dass vom Spaziergänger
über den Gelegenheitswanderer bis zum ambitionierten Sportler jeder Passendes antrifft.

 

Dabei muss bedacht werden,
wie sich die Lebensbedingungen und
Erwartungen der Menschen ändern und welche Rückkopplungen diese auf Gegebenheiten in einem Tourismusort
haben. Hilfreich waren Einblicke in Milieu-Studien, die Lebensstile einordnete in Traditionelle, Bürgerliche, Postmaterielle oder Performer, die verschiedene Ansprüche an Leben, Beruf sowie Wohn- und Freizeiträume haben. Eine „schöne heile, geordnete Welt“ in Form von „Biedermeier 21“ reiche nicht aus, denn eine zu große „Verheimatisierung“ schaffe nur eine statische Idylle und führe nicht zu einer
„emotionalen Infrastruktur“ einer Gemeinde.
Die „rationale Infrastruktur“ wie Bildung,
Breitband, Fachgeschäfte, Gastronomie,
Dienstleistung müssen vorausgesetzt werden, und auf Bildern war geradezu
erschreckend zu sehen, welches
„Flair“ rückwärtsgewandte Dörfer und
Stadtzentren haben. „Orte sollten einen
positiven Resonanzraum verkörpern für
Menschen, die Zukunft gestalten wollen.“
Die Aufgabe bestehe darin, Wünsche
und Sehnsüchte von Menschen wie
Genuss und Innovation, Geborgenheit
und Tradition, Natur und Originalität,
Gemütlichkeit und Freiheit miteinander
in Wohn-, Lebens- und Freizeiträumen
hörbar, sichtbar, greifbar zu machen."

Roland Spether (Acher-Rench-Zeitung)